🚜 Es braucht einen Agrargipfel

10.01.2024 · von Sina Beckmann
Zu einem Austausch in der aktuellen Diskussion um das Thema Agrardiesel trafen sich auf Einladung von Sina Beckmann, Landtagsabgeordnete der GRÜNEN, die Vertreter von LsV und Landvolk Hergen Schemering, Armin Ohmstede, Jörg Even, Burkhard Mennen und Lars Kaper.
Sina Beckmann (2. v. r.), Landtagsabgeordnete der GRÜNEN, mit Vertretern von LsV und Landvolk Hergen Schemering, Armin Ohmstede, Jörg Even, Burkhard Mennen und Lars Kaper.

Alle waren sich einig, dass das Thema Agrardiesel ĂŒber die Köpfe der Betroffenen hinweg falsch entschieden wurde. 
„Es ist gut, dass MinisterprĂ€sident Stefan Weil und Agrarministerin Miriam Staudte bereits am 04.01. gemeinsam mit den niedersĂ€chsischen LandwirtschaftsverbĂ€nden klar Position bezogen haben. Das habe ich bereits am 20.12.2023 in einem Positionspapier mit den Vert Realos klar gestellt: die RĂŒcknahme der Streichungen und damit die UnterstĂŒtzung fĂŒr die Landwirtinnen und Landwirte und Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir.“

VerĂ€nderungen zu alternativen Antrieben benötigen Zeit, vorausgesetzt diese alternativen Antriebe stehen ĂŒberhaupt zur VerfĂŒgung. An der Bereitschaft, diese alternativen Antriebe auch einzusetzen, wenn Sie verfĂŒgbar sind, scheitert es nicht. Hier muss mehr in die Entwicklung investiert werden, damit z.B. CNG (Erdgas oder Biomethan) und auch Elektroantriebe wirtschaftlich eingesetzt werden können. Beckmann schlĂ€gt dann auch gleich die stĂ€rkere Nutzung von Biogas vor. „Eine heimische, nachhaltige und erneuerbare Energiequelle, die vor allem auch den lĂ€ndlichen Raum stĂ€rkt. Und wir schaffen so Alternativen zum Agrardiesel. Denn mit Bio-LNG können Trecker bereits heute betrieben werden, einige Hersteller bieten Serienmodelle. Und auch ich selbst fahre seit Jahren einen Verbrenner mit klimafreundlichem Bio-CNG (Bio-Methan). Wir mĂŒssen nachhaltige Alternativen schaffen und stark machen - das ist fĂŒr mich der richtige Ansatz.“

Sina Sommer 2023
Sina Beckmann

Wir brauchen einen Agrargipfel in Berlin und einen neuen, fairen Blick auf die Landwirtschaft und ihre Bedeutung fĂŒr die Wirtschaft und die Umwelt.

„Der Staat sollte den Landwirten ein GeschĂ€ft anbieten, z.B. beim Einsparen von CO2 durch WiedervernĂ€ssung im Moor. Der Wert der CO2-Einsparung kann vom Staat bezahlt werden, dieser kann dann ĂŒber die Emissionsrechte verfĂŒgen, diese an andere Wirtschaftsbeteiligte weitergeben oder auch aus dem Markt nehmen. Von starren Vorgaben und Auflagen mĂŒssen wir weg“, so Lars Kaper, Vorsitzender im Kreislandvolk Friesland.

Sina Beckmann dazu: „Mit Blick auf CO2-Einsparungen (zum Beispiel durch WiedervernĂ€ssung) oder auch die CO2-Fixierung (durch Humusaufbau im Boden, etc.). mĂŒssen wir die Sektorenkoppelung beim CO2 wieder einfĂŒhren. Alles andere ist ungerecht. Die Transformation gelingt nur mit der Landwirtschaft, aber es muss sichtbar sein, was sie bereits leistet.“

„BĂŒrokratie in den Bereichen Energieproduktion, Tierhaltung und im Pflanzenbau hemmt zur Zeit die Betriebsentwicklung. Gerade junge Betriebsleiter sehen sich oft ĂŒberfordert. Die Motivation, die Betriebe weiter zu entwickeln darf nicht verloren gehen“, so Armin Ohmstede aus Bockhorn-Grabstede.

„Die Geschwindigkeit der VerĂ€nderungen, die durch das niedersĂ€chsische Klimagesetz vom Dezember noch einmal deutlich erhöht wurde, fĂŒhrt zu einem Vertrauensverlust in die Politik. Hier muss nachgebessert werden, sonst nimmt der Protest der Landwirte und großer Teile der Bevölkerung ein nicht mehr zu kontrollierendes Ausmaß an. Die Politik muss gegensteuern“, so der Eindruck von Burkhard Mennen

Zusammenfassend sagt Beckmann: „Wir brauchen einen Agrargipfel in Berlin! Und wir brauchen dringend einen neuen, fairen Blick auf die Landwirtschaft und ihre Bedeutung fĂŒr unsere ErnĂ€hrung, fĂŒr die Wirtschaft, die BeschĂ€ftigung und fĂŒr den Klima-, Umwelt- und Naturschutz.”

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