­čîŐ Sina Beckmann mit MdB Susanne Menge auf Wangerooge

09.12.2022 · von Sina Beckmann
Der Ende 2021 nach jahrelanger Planungs- und Bauphase endlich fertig gestellte 1. Bauabschnitt des Deckwerks im Westen Wangerooges war eines der Anlaufpunkte der Gr├╝nen-Delegation. Angereist waren Susanne Menge, Mitglied des Bundestages und Obfrau im Verkehrsausschuss, Sina Beckmann, Mitglied des Landtages und Sprecherin f├╝r H├Ąfen und Schifffahrt sowie Martina Esser, Fraktionsvorsitzende im Kreistag Friesland.
Sina Weitsicht

Dass alle drei Ebenen auf Wangerooge zusammen gefunden haben, war sehr wichtig und das hob Peter Kuchenbuch-Hanken, Ratsmitglied auf Wangerooge, auch besonders hervor. ÔÇ×Es gibt verschiedenste Zust├Ąndigkeiten auf der Insel und wir k├Ânnen nie nur mit einer Ebene alleine reden. Land und Bund sind zum Beispiel f├╝r den K├╝stenschutz verantwortlich, aber nicht in gleichem Ma├če. Der Bund muss sich um die Erneuerung des gesamten Deckwerks k├╝mmern, das Land aber um die Hafen-Infrastruktur. Das eine geht nicht ohne das andere. Deshalb ist es wichtig, dass nun alle Akteurinnen zusammen auf der Insel sind.ÔÇť

Neben Kuchenbuch-Hanken begr├╝├čte auch der B├╝rgermeister Marcel Fangohr die G├Ąste. Er machte vor allem die allj├Ąhrlich Wiederherstellung des Touristenstrandes zum Thema, da Wangerooge haupts├Ąchlich vom Tourismus lebt. ÔÇ×Die anderen Inselgemeinden bis auf Wangerooge haben die Unterst├╝tzung des Landes im Gesamtvolumen von 2,5 Mio. ÔéČ von Stephan Weil und Olaf Lies schon im vollem Umfang erhalten, die Unterst├╝tzung f├╝r Wangerooge fiel nun nur zu 50% aus.ÔÇť zeigten sich B├╝rgermeister Marcel Fangohr und Ratsherr Kuchenbuch-Hanken ver├Ąrgert. Martina Esser verstand das. ÔÇ×Als Abgeordnete des Kreistages Frieslands kann ich berichten, dass der Landkreis Friesland diese wichtige Ma├čnahme der Strandwiederherstellung j├Ąhrlich mit 100.000 Euro unterst├╝tzt. Allerdings wei├č ich auch, dass das mitnichten ausreicht. Wangerooge braucht hier mehr finanzielle Mittel. Das Problem wie immer: die Zust├Ąndigkeiten. Das ist sehr frustrierend.ÔÇť

Best├╝rzt zeigte sich die Bundestagsabgeordnete Susanne Menge von der Situation der Nord-Ostd├╝nen auf Wangerooge, die sie am ├ťbergang Bootsweg in Augenschein nahm. ÔÇťIch sehe das erste Mal diese K├╝stenschutzeinrichtung und bin erschrocken, wie dicht das Wasser der Nordsee hier an den D├╝nenfu├č der Schutzd├╝ne am ├ťbergang Bootsweg herankommtÔÇť, so Susanne Menge. Es gab an dieser Stelle mal drei D├╝nenketten, aber Sturmfluten und Orkane wie Xaver und Kyrill haben der Insel m├Ąchtig zugesetzt und immer wieder den Sandstrand stark besch├Ądigt. Der K├╝stenschutz der Inseln ist auch K├╝stenschutz f├╝r das Festland dahinter, hier m├╝sse es ein gemeinsames koordiniertes Handeln von Bund und Land geben, konsternierte Susanne Menge. Sie versprach, das Thema K├╝stenschutz beim Bundesverkehrsministerium zu priorisieren. ├ťberlebenswichtig ist auch die Fahrrinne nach Wangerooge. Allerdings hat sich seit Jahren an dem Zustand des Fahrwassers, angefangen von der Versandung im Hafen Harlesiel, ├╝ber die geringe Tiefe und Breite des Fahrwassers entlang des Westleitdamms, bis hin zum Fahrwasser der Einfahrt des Anlegers wenig Positives getan. Menge ├Ąrgert sich: ÔÇ×Es kann ja nicht sein, dass der Fahranbieter Deutsche Bahn (DB/ SIW) wegen zu wenig Tiefgang schon im November 2021 bis Ostern 2022 st├Ąndig den Fahrplan ├Ąndern, musste, da der Anleger auf Wangerooge nur noch bei Hochwasser angelaufen werden konnte, was dann vor Ostern mit der Havarie der MS Wangerooge direkt vor dem Anleger ihren H├Âhepunkt hatte. Hier m├╝ssen wir dringend handeln.ÔÇť

ÔÇ×Die Koordination von Bundes- und Landesangelegenheiten muss deutlich besser werden.ÔÇť fordert Sina Beckmann, Landtagsabgeordnete aus Jever. Ein skurriles Beispiel: Die Hafensanierung, die die Landesgesellschaft NPorts Niedersachsen durchf├╝hren wird, erfolgt erst, wenn der Bund seine kompletten Arbeiten am Deckwerk vollendet hat. 20 Millionen Euro wurden bislang seitens des Wasser- und Schifffahrts-Verbandes auf Wangerooge in die Ert├╝chtigung des Deckwerks investiert. Ein Bauabschnitt ist fertig, drei fehlen noch. Europaweite Ausschreibungen dazu sind in Vorbereitung. Mit einer Fortsetzung der Bauma├čnahmen ist nicht vor 2024 zu rechnen, eine Fertigstellung, wenn alles glatt l├Ąuft, ggf. erst 2027. ÔÇ×Nach dieser Logik geht es beim Hafen erst nach 2027 weiter - das ist aus wirtschaftlicher Sicht keine gute Nachricht f├╝r die Insel.ÔÇť fasst Beckmann zusammen will hier f├╝r den n├Âtigen Druck sorgen. Ein weiteres Thema, das Beckmann sehr am Herzen liegt, ist die Schiffssicherheit. ÔÇ×Wir haben im neuen Koalitionsvertrag einen Absatz verhandelt, der insbesondere die Sicherheitsstandards im Fokus hat und den Katastrophenschutz gerade auch auf den Inseln st├Ąrken wird. Havarien wie die der Glori Amsterdam, der MSC Zoe oder erst k├╝rzlich der Mumbai Maersk d├╝rfen sich nicht wiederholen. Hier werden wir das Havariekommando personell und finanziell st├Ąrken, damit die Inseln, die Natur, die Bewohnerinnen und Bewohner und die G├Ąste sicher sind.ÔÇť versprach Beckmann.

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