đŸ‡ȘđŸ‡ș Besuch in der Europaschule BBS Varel: „Die EU ist die beste Idee, die Europa je hatte!“

09.04.2024 · von Sina Beckmann
Als Schulleiter Ralf Thiele die grĂŒne Landtagsabgeordnete zum Europa-Tag am 08. April einlud, sagte Sina Beckmann sofort zu. „Auch als Landespolitikerin ist es mir wichtig, den jungen Menschen aufzuzeigen, wie toll und einzigartig die EuropĂ€ische Union ist. Mir ihr haben wir das Beste, was Europa zu bieten hat.“
Sina in der BBS Varel

Eine kurze FĂŒhrung durch die Schule und die verschiedenen Fachbereiche wie Technik, Pflege, Wirtschaft, Hauswirtschaft, SozialpĂ€dagogik, ErnĂ€hrung oder auch Landwirtschaft zeigte das umfassende Wissensspektrum der Berufsbildenden Schule. „Wir sind stolz darauf, diese vielen Berufszweige anbieten zu können und den gut 1.200 SchĂŒlerinnen und Schulen hochwertige, moderne und gut ausgestattete Arbeitsbereiche zu bieten.“ berichtet Thiele. Der kurze Rundgang endete im gut gefĂŒllten Vortragsraum, in dem Beckmann nun einen kurzen Vortrag hielt.

Sie skizzierte ein Europa voller Möglichkeiten. „Die Idee einer europĂ€ischen Union entstand kurz nach dem 2. Weltkrieg, als Europa in Schutt und Asche lag. Vordenker wie Schumann, Adenauer und De Gasperi erkannten, dass Frieden, StabilitĂ€t und Wohlstand nur durch enge Zusammenarbeit und Integration möglich sind. Und das zieht sich bis heute durch!“ Die imaginĂ€re Zeit-Reise durch Europa, auf die Sina Beckmann die knapp 80 Anwesenden mitnahm, startete im Aufbau der EuropĂ€ischen Gemeinschaft, die 1957 von Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden gegrĂŒndet wurde. Ein Erfolgsmodel, so Beckmann, und man erkannte schnell, dass „man gemeinsam stĂ€rker sei.“ Und so folgte 1993 die GrĂŒndung der EuropĂ€ischen Union im niederlĂ€ndischen Masstricht mit 6 weiteren europĂ€ischen Nachbarn.

„Ein Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf“, berichtete Sina Beckmann weiter. Große Errungenschaften fĂŒr sie sind die Schaffung des Schengenraums 1995, die Abschaffung von Zöllen und den Aufbau eines gemeinsamen Binnenmarktes fĂŒr den freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Menschen und die EinfĂŒhrung der neuen gemeinsamen WĂ€hrung EURO im Jahr 2002. Begeistert erzĂ€hlt sie: „Das muss man sich mal vorstellen - es gab eine Zeit in Europa, da konnte ich nicht einfach so in die Niederlande fahren. Da musste man am Grenzposten anhalten, stand manchmal lange an, durchlebte eine Passkontrolle und musste vorher auch noch seine D-Mark in niederlĂ€ndische Gulden wechseln, um etwas kaufen zu können. Heute ist das alles Geschichte und wir sind nĂ€her in Europa zusammen gerĂŒckt. Das ist schon stark, wie wir als Kontinent zusammen wirken und arbeiten und in der EU gut 450 Millionen Menschen zusammen eine Vision haben.“

Sina Sommer 2023
Sina Beckmann

Heute sind wir nĂ€her in Europa zusammen gerĂŒckt. Das ist schon stark, wie wir als Kontinent zusammen wirken und arbeiten und in der EU gut 450 Millionen Menschen zusammen eine Vision haben.

Die Jeveranerin erklĂ€rte, wie die Arbeit einzelner Organe ablĂ€uft und in welchen AusschĂŒssen die 705 Abgeordneten aus 27 LĂ€ndern ihre Ideen einbringen. „Bemerkenswert finde ich, dass es im EuropĂ€ischen Parlament, anders als in Bundes- oder Landespolitik, keine Regierung und damit auch keine Opposition gibt. Es kommt darauf an, gute Kompromisse zu finden und sich eine Mehrheit fĂŒr Gesetze und AntrĂ€ge zu organisieren - ein durch und durch demokratischer Prozess.“

Nach Urteil der grĂŒnen Landtagsabgeordneten ist „die EU die beste Idee, die Europa je hatte. Mit dem Programm Erasmus, was ich selbst als junger Mensch nach der Ausbildung genutzt habe, konnte ich Land und Leute in Frankreich kennenlernen und empfehle allen, das heute auch zu tun. Die EU verbindet Menschen, schafft Standards und gleiche Werte, versucht fĂŒr alle Mitgliedsstaaten gute Lösungen fĂŒr eine gemeinsame Umwelt-, Agrar-, Wirtschafts- und Außenpolitik zu finden und entwickelt sich durch Beitrittskandidaten immer weiter. NatĂŒrlich haben wir Herausforderungen durch unsere Antworten auf den Klimawandel, den Umgang mit der Digitalisierung und die Frage der geregelten Migration. Aber ich bin sicher, dass wir das alle als ĂŒberzeugte EuropĂ€erinnen und EuropĂ€er mit unseren freiheitlichen und rechtsstaatlichen Prozessen schaffen und mit der Europawahl am 09. Juni ein starkes Zeichen fĂŒr unsere Demokratien setzen können.“ beendete die Abgeordnete und Unternehmerin ihren leidenschaftlichen Vortrag.

Anschließend gab es noch eine kurze Frage- und Austausch-Runde mit den SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern. Ralf Thiele fasste zusammen: „Ich bin sehr zufrieden. Der „EU-Projekttag an Schulen“ ist ein von der damaligen deutschen EU-RatsprĂ€sidentschaft 2007 initiiertes Projekt mit dem Ziel, dass Politiker*innen Schulen besuchen, um SchĂŒler*innen die EU nĂ€herzubringen - das Konzept geht auf. Die Anwesenden waren sehr interessiert am Vortrag und haben auch ansonsten ein gelungenes Programm zur Europa-Woche an unserer Schule entwickelt. Das werden wir auf jeden Fall bald wiederholen.“

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