🚀 Startup:Zeit – Wenn Gründerinnen und Gründer direkten Draht in die Landespolitik bekommen

Ein Videocall am frühen Abend. Auf dem Bildschirm erscheint ein Gründerteam, hochkonzentriert, ambitioniert, mit einer marktreifen Technologie. Ihre Idee: Eine KI-Plattform, die Verwaltungen und Unternehmen entlastet. Bürgeranfragen werden automatisiert beantwortet, Routineprozesse übernommen, Sprachbarrieren in Behörden überwunden. Die Technik funktioniert. Die Nachfrage wächst.
Und dann kommen die Fragen: Welche Förderprogramme sind realistisch? Welche politischen Rahmenbedingungen gelten? Und wie kommt man schneller ins Netzwerk?
Genau an dieser Stelle setzt ein neues Format an, das Sina Beckmann, Landtagsabgeordnete aus Jever und Sprecherin für Startups, Innovation und Künstliche Intelligenz im Niedersächsischen Landtag, ins Leben gerufen hat: Startup:Zeit.
Ein Gespräch statt Formularstapel
„Wir reden politisch viel über Innovationsstrategien und Gründerkultur“, sagt Beckmann. „Aber entscheidend ist doch: Kommt das wirklich bei den Gründerinnen und Gründern an?“ Startup:Zeit ist bewusst niedrigschwellig angelegt. Kein Antragsformular, kein Förderprogramm, keine Bürokratie. Stattdessen ein 1:1-Online-Gespräch. Ziel ist es, Orientierung im komplexen Förder- und Startup-Ökosystem zu geben, politische Handlungsspielräume einzuordnen und konkrete nächste Schritte aufzuzeigen. Gleichzeitig erhält die Politik direkte Rückmeldungen aus der Praxis. „Wenn wir als Land innovationsfähig bleiben wollen, müssen wir wissen, wo Prozesse haken“, so Beckmann. „Diese Rückkopplung ist enorm wertvoll.“
KI für Verwaltungen – aus Niedersachsen
Das eingangs erwähnte Startup ist eines der ersten Beispiele. Es entwickelt eine sogenannte Intranet-KI: Anders als offene Systeme greift die Plattform ausschließlich auf interne Datenbestände der jeweiligen Organisation zu. Dadurch werden sogenannte „Halluzinationen“ – also frei erfundene oder fehlerhafte Inhalte – weitgehend vermieden. Sensible Daten bleiben geschützt. Die Anwendungsfelder sind vielfältig: Automatisierte Bürgerkommunikation, telefonische Auskunftssysteme, E-Mail- und Website-Bots, Übersetzungsfunktionen wie man sie in der Einwanderungsbehörde gut nutzen kann oder digitales Wissensmanagement in Unternehmen. „Solche Lösungen können Verwaltungen und auch Unternehmen massiv entlasten und gleichzeitig Servicequalität erhöhen“, sagt Beckmann. Im Rahmen der Startup:Zeit entstand nicht nur eine politische Einordnung, sondern auch konkrete Vernetzung. Beckmann stellte den Kontakt zu einem niedersächsischen Netzwerk-Unternehmen her, das dem Mittelstand Zugang zur diesem Startup und ihrer Technologie ermöglichen kann. Für das Startup bedeutet das Marktzugang. Für Unternehmen in Niedersachsen: Digitalisierung aus dem eigenen Bundesland.
Sozialer Zusammenhalt als Geschäftsmodell
Ein weiteres Gründerteam verfolgt einen anderen Ansatz – mit großem gesellschaftlichem Potenzial. Die Plattform bringt Menschen für gemeinsame Aktivitäten zusammen. Ziel ist es, Begegnung zu schaffen, Einsamkeit zu reduzieren und Integration zu fördern. Gerade nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre gewinnt dieser Ansatz an Bedeutung. Doch wie bei vielen Social-Impact-Modellen liegt die Herausforderung in der frühen Finanzierung. Hier konnte Beckmann auf Programme der NBank verweisen, darunter das Beteiligungsprogramm NSeed. Zusätzlich empfahl sie die Teilnahme an einem landesgeförderten Accelerator-Programm, um Geschäftsmodell, Investorenansprache und Skalierungsstrategie weiterzuentwickeln. „Startups mit gesellschaftlichem Mehrwert sind wirtschaftlich relevant“, betont Beckmann. „Sie schaffen Arbeitsplätze, Innovation und sozialen Zusammenhalt. Dafür müssen die Rahmenbedingungen stimmen.“

Ich möchte ausdrücklich auch Gründerinnen und Gründer aus Friesland und Umgebung ermutigen, sich zu melden. Wer eine Idee hat, wer skalieren möchte oder an strukturelle Grenzen stößt, soll wissen: Es gibt mit mir einen direkten Draht in die Landespolitik.
DeepTech mit internationaler Perspektive
Auch technologisch hochkomplexe Gründungen suchen den Austausch. Ein niedersächsisches DeepTech-Startup arbeitet im Bereich Quanten- und Lasertechnologie – ein Feld, das international stark umkämpft ist. Hier geht es weniger um Basisförderung als um strategische Vernetzung: Kontakte zu Industriepartnern, Forschungsclustern und potenziellen Investoren. „Solche Unternehmen zeigen, welches wissenschaftliche Potenzial wir in Niedersachsen haben“, sagt Beckmann. „Aber sie brauchen ein starkes Ökosystem, das Forschung, Wirtschaft und Kapital zusammenführt.“
Ländlicher Raum nicht vergessen
Niedersachsen verfügt über exzellente Hochschulstandorte wie Hannover, Braunschweig oder Oldenburg. Doch Innovation ist kein reines Großstadtphänomen „Gerade die ländlichen Räume bieten enorme Chancen“, sagt Beckmann. Energieprojekte, Agrarinnovation, maritime Wirtschaft, mittelständische Hidden Champions – all das findet sich in ganz Niedersachsen und auch in Regionen wie Friesland oder Wilhelmshaven, der Heimat von Sina Beckmann. Dennoch sind die Wege zu Netzwerken, Förderstellen und Investoren hier oft länger. Viele Gründerinnen und Gründer arbeiten dezentral, teilweise nebenberuflich, häufig ohne unmittelbaren Zugang zu Startup-Hubs. Startup:Zeit soll diese Lücke schließen. „Ich möchte ausdrücklich auch Gründerinnen und Gründer aus Friesland und Umgebung ermutigen, sich zu melden“, so Beckmann. „Wer eine Idee hat, wer skalieren möchte oder an strukturelle Grenzen stößt, soll wissen: Es gibt mit mir einen direkten Draht in die Landespolitik.“
Wirtschaftspolitik im Dialog
Die wirtschaftspolitische Dimension ist dabei klar: Niedersachsen steht im Wettbewerb um Talente, Kapital und Innovation. Bürokratische Hürden, lange Bearbeitungszeiten oder fehlende Transparenz können Gründungsdynamik ausbremsen. Formate wie Startup:Zeit ersetzen keine Förderprogramme – aber sie können Prozesse beschleunigen, Missverständnisse klären und Netzwerke aktivieren. „Innovationspolitik darf kein abstraktes Konzept bleiben“, sagt Beckmann. „Sie muss konkret sein – für das einzelne Unternehmen, für die einzelne Gründerin.“ Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Transformation, Energiewende und digitaler Umbrüche komme es darauf an, Innovationskraft gezielt zu stärken. „Wir brauchen Gründergeist in ganz Niedersachsen – nicht nur in den Metropolen.“
Einladung an die Region
Für Friesland und die Küstenregion bedeutet das: Wer eine Geschäftsidee entwickelt, ein technologisches Produkt skaliert oder gesellschaftliche Innovation vorantreibt, findet mit Startup:Zeit ein offenes Ohr. Ob KI-Anwendung, Energie-Startup, Plattformmodell oder DeepTech – das Format versteht sich als Brücke zwischen Praxis und Politik. „Zukunft entsteht im Gespräch“, sagt Beckmann. „Und gute Politik beginnt mit Zuhören.“ Gründerinnen und Gründer aus Niedersachsen können sich direkt bei ihr melden (sina.beckmann@lt.niedersachsen.de) und einen Termin vereinbaren.