LNG: Grüne fordern Alternative zum Chlorverfahren

Nachdem nun bekannt wurde, dass beim Regasifizierungsprozess auf dem LNG-Schiff Chlor belastetes Meerwasser zurück in die Jade fließen soll, wollen es die Grünen aus Wilhelmshaven und Friesland genauer wissen. Denn nicht nur das Chlor, das eingesetzt wird, damit sich keine Muscheln in Rohren ansiedeln, ist aus ihrer Sicht problematisch. Auch das deutlich kältere Wasser wird das Ökosystem Wattenmeer schaden.

„Wenn das LNG-Schiff in Betrieb ist, werden rund 60 kg Chlor pro Tag im Weltnaturerbe Wattenmeer landen, dazu täglich über eine halbe Million Tonnen Wasser, das rund sieben Grad kühler ist als die Umgebung. Beide sind eine starke Belastung für die Natur. Sowohl die plötzliche Kälte als auch die schwankenden Temperaturen – die Anlage wird immer wieder tage- oder wochenlang nicht in Betrieb sein – werden viele Meerestiere und Algen nicht verkraften“, erklärt Wilhelmshavener Vorstandsmitglied Alex von Fintel.

Auch die Grünen in Friesland melden sich zu Wort: „Ja, wir benötigen Erdgas aus anderen Quellen als aus Russland und sehen die Notwendigkeit des LNG-Imports, aber die Einleitung von stark gekühltem Chlorwasser in die Jade darf nicht zum Dauerzustand werden. Das Weltnaturerbe Wattenmeer ist ein fragiler einzigartiger Lebensraum, den es zu schützen gilt.“ sagt Sina Beckmann, Kreissprecherin der Grünen in Friesland. Reiner Tammen, Grünes Ratsmitglied aus dem Wangerland pflichtet ihr bei: „Hier muss alles sorgfältig geprüft werden, damit es zu keinen Umweltschäden kommt.“

Die Grünen kritisieren, dass erst sehr spät bekannt gemacht wurde, dass Chlor zum Einsatz kommen sollte: „Es hätte genug Zeit gegeben, Gutachten oder zumindest Stellungnahmen von Organisationen wie dem Wattenmeer Forum oder dem Institut für Chemie und Biologie des Meeres einzufordern und vorzulegen. Das sollte die Landesregierung dringend nachholen.“ so von Fintel und Beckmann. 

Die beiden Grünen fordern, dass Alternativen für den Chlor-Einsatz geprüft werden. Auch für das Temperatur-Problem muss es Lösungen geben. Insgesamt müsse der Betrieb aber auf jeden Fall wissenschaftlich begleitet werden, um ein lückenloses Umwelt-Monitoring zu gewährleisten. Weiterhin setzen sich die Grünen dafür ein, stärker auf heimisches Biogas zu setzen und rufen zum Energiesparen auf.

Artikel kommentieren